Die Dreiländertagung 2008 (*) bringt es an´s Licht: Es ist nicht „wurscht“ ,was auf den Teller kommt. Wie es schmeckt, ist entscheidend für unsere Vorlieben.
Während Kinder noch ein sehr sensibles Geschmacksempfinden haben und Säuglinge sogar über 8000-12000 Geschmackszellen verfügen, verringert sich diese Anzahl bei Senioren auf 2000-3000. Leider nimmt mit dem Alter das Geschmacks- und Genussempfinden ab.
Angeboren ist die Vorliebe für Süßes und die Abneigung von Bitterstoffen. Und das nicht ohne Grund:
So kann uns beispielsweise der bittere Geschmack einer Frucht vor Vergiftungen schützen.
Süß ist evolutionsbedingt mit der Erwartung einer energiereichen Mahlzeit, wie beispielsweise beim Säugling die Muttermilch, verbunden.
Weitere Vorlieben bzw. Abneigungen gegen bestimmte Speisen werden im Laufe des Lebens erworben.
WO SCHMECKEN WIR?
Wir können 5 verschiedene Geschmacksrichtungen wahrnehmen. Dazu zählen süß, sauer, salzig, bitter. Die fünfte Geschmacksart heißt umami (japanisch: köstlich) und ist die Geschmacksart von Glutamat.
Die Zunge mit ihren Rillen und Furchen ist für unsere Geschmacksempfindung der Hauptdarsteller. Allerdings spielen auch Geschmackspapillen im Rachenraum, in der Rachenhöhle und am weichen Gaumen eine Rolle.
Auf der Zunge befinden sich verschiedene Geschmacksfelder. Schmecken wir Süßes an der Zungenspitze, so macht sich eine saure Zitrone an den seitlichen Zungenrändern bemerkbar. Salzstangen hingegen nehmen wir auf dem gesamten Zungenrand wahr. Bitter empfinden wir hinten auf der Zunge in Richtung Rachen.
AUCH RIECHEN IST WICHTIG!
Wer nicht riechen kann, kann auch nicht schmecken. Wer kennt nicht das Gefühl, dass beim Schnupfen auch das Lieblingsgericht nicht munden will.
Scharfe Gewürze können uns in dieser Situation wieder zu etwas mehr Geschmackserleben verhelfen.
Gerüche -aber auch der Gedanke an leckeres Essen- lassen uns das Wasser im Munde zusammenlaufen.
Und wer kann schon widerstehen - wenn es so lecker riecht?
Der Anblick eines saftigen Schweinebratens regt in Magen, Darm, der Bauchspeicheldrüse und in der Leber die Produktion von Verdauungsenzymen und Hormonen an. Denn all das, was genussvoll verspeist wird, möchte auch verdaut werden.
Na dann, guten Appetit !
(DGE Info, 10/2008, S. 146-151)