Boris S., ein junger 20-jähriger Patient, stellte sich in der Adipositas-Sprechstunde vor. Mit einem Körpergewicht von über 140 kg bei einer Größe von 182 lag sein Body-Mass-Index bei 42,6 kg/Körpergröße 2 . Boris hatte bereits Adipositas Grad 3.
Nach intensiver Aufklärung über die verschiedenen Möglichkeiten der chirurgischen und endoskopischen Maßnahmen zur Gewichtsreduktion durch den Arzt, entschied er sich für eine Magenballontherapie.
Am 1. April war es soweit!
Boris S. kam in Begleitung seiner Freundin zur ersten Therapieeinheit in die Klinik. Es folgte eine Ernährungsberatung für die Phase nach dem Einsetzen des Magenballons. Um eine erfolgreiche Ernährungsumstellung zu gewährleisten, wurde ein Folgetermin mit der Oecotrophologin vereinbart.
Spannend war die B.I.A.- Messung (= bioelektrische Impedanz-Mess-Methode)*:
Boris S. hatte stolze 40 % Körperfett! Phasenwinkel, der den Ernährungs- und Trainingszustand des Patienten wiedergibt, zeigte sich akzeptabel.
Der erzielte Wert der Muskelmasse lag zwar sehr hoch, ist aber bei adipösen Patienten durch die höhere Einlagerung von Wasser in der Muskelmasse zu erklären. Aufschlussreich war zudem die Betrachtung des prozentualen Zellanteils. Der lag bei 53%.
Alles in allem sah es gut aus, wäre nur nicht das viele Körperfett …
Aber: Die Abhilfe war in Sicht. Die Implantation des Ballons stand an!
Das Einsetzen verlief planmäßig. Boris S. konnte bereits eine Stunde nach dem Eingriff die Klinik verlassen. Die ersten 2 Tage wurde der junge Patient von Übelkeit und Erbrechen geplagt, aber auch das war schnell vergessen. Langsam gewöhnte sich Boris S. an das neue Leben mit dem Magenballon und an die Ernährungsumstellung, die ihm anfangs sehr schwer fiel.
In mehreren Gesprächen mit der Oecotrophologin, die Freundin war auch immer dabei, erarbeiteten sie Stück für Stück neue Möglichkeiten, das Essverhalten zu optimieren.
Ernährte sich Boris B. vorher gerne von Soft-Drinks, Naschereien und Fast Food, so wurden jetzt frische Speisen selbst zubereitet. Leckere und figurfreundliche Gerichte kamen nun regelmäßig auf den Tisch. Die ersten Kilos purzelten.
Maßgebliche Fortschritte bei der Reduktion des Gewichtes machte Boris S. Nach der Einschreibung im Fitness-Studio. Ca. viermal pro Woche stand er auf dem Cross-Trainer, dem Laufband oder machte Kraftübungen. Disziplin zeigte er auch in Sachen Ernährung. Einmal wöchentlich gönnte er sich eine Auszeit. An diesen Tagen durften Pizza, Burger & Co. ohne Reue genossen werden.
Boris S. hat zum Ende der Magenballontherapie 43 kg abgenommen. Der Körperfettgehalt ist auf 23 % abgesunken, die Muskelmasse mit 40,7 fast konstant geblieben. Der Zellanteil, der von 53,6 % auf 55,8 % gestiegen ist, beweist die Qualität der Muskelmasse. Der Phasenwinkel ist von 6,3 auf 6,9 gestiegen. Das belegt, dass sich der Ernährungs- und Trainingszustand der Zelle durch das Fitness-Training des Patienten deutlich verbessert hat.
Mit einem BMI von 27 hat Boris noch nicht seine Traummaße erreicht, fühlt sich aber sehr wohl.
Und wenn die Pfunde derart schwinden, dann darf sich auch neu ausgestattet werden:
Boris gönnte sich und seiner Freundin nach der erfolgreichen Therapie einen Einkaufsbummel in der Fashion-Metropole New York!
*Die B.I.A.-Mess-Methode (bioelektrische Impedanz Analyse):
Während der Messung wird ein schwacher Wechselstrom von 50kHz durch den Körper geschickt.
Es werden mittels Elektroden dabei zwei unterschiedliche Widerstände gemessen.
Der Wasserwiderstand R misst das Körperwasser, welches ein guter Leiter für Strom ist. Aus diesem Wasserwiderstand wird das Körperwasser und die Magermasse
(fettfreie Masse) berechnet. Das Magermasse besteht aus Muskulatur, Organen, dem Skelettsystem und dem Zentralnervensystem. Da Fett ein schlechter Leiter für Wechselstrom ist, wird es indirekt aus der Differenz zwischen Magermasse und Körpergewicht berechnet.
Der Zellwiderstand Xc ist ein Widerstand, der die Körperzellmasse misst. Die Zellmasse besteht aus Organzellen und Muskelzellen. Bei einer Gewichtsreduktion sollte die Körperzellmasse nicht zu stark absinken. Die Bestimmung und Unterscheidung dieser beiden Komponenten wird durch die Messung eines Phasenwinkels ermöglicht. So kann der Gesundheitszustand einer Zelle festgestellt werden. Ein hoher Phasenwinkel beschreibt eine gesunde Zelle und einen guten Ernährungszustand des Patienten. Ein niedriger Phasenwinkel ist ein Hinweis für eine Mangelernährung.
Die Ergebnisse der professionellen B.I.A.-Methode zeigen im Verlauf die Auswirkung der Ernährungsumstellung auf die Körperzusammensetzung