Haben wir es schon lang vermutet, jetzt ist es bewiesen:
Der gewisse Unterschied macht sich auch im Ernährungsverhalten bemerkbar!
Greift das männliche Geschlecht lieber zum saftigen Steak oder zur Bratwurstsemmel, so bevorzugen Frauen eher Gemüse, Obst und Salat.
Untersuchungen zeigen, dass das Essverhalten und Körpervorstellungen zusammenhängen.Die Zuschreibung von „männlich“ und „weiblich“ werden durch soziokulturelle Motive beeinflusst. Die Vorstellung von männlicher und weiblicher Schönheit spielt hierbei eine große Rolle. Im Allgemeinen gilt als männlich was stark und kräftig ist.
Männer essen daher größere Portionen und gerne Fleisch, da dies als „kraftspendend“ gilt und ihren Vorstellungen nach für einen muskulösen Körper sorgt.
Bedenkt man dass 66% der Männer übergewichtig sind (der Anteil an übergewichtigen Frauen liegt bei 51%), so bedeutet dies nicht, dass das Problembewusstsein damit auch gestiegen ist. Am liebsten würden sie abnehmen mit „Bratwurst und Bier“. Ernährungsmedizinerin Ute Gola. (Focus, S. 60).
Studien zeigen: Männer essen lustorientiert, Frauen essen eher gesund.
Frauen wissen häufig mehr über Ernährung und bevorzugen eher eine gesundheitsorientierte Ernährung. Bei ihnen liegt das Ideal bei Schönheit und Schlankheit
Sie legen Wert auf Milchprodukte, Obst und Gemüse und Vollkornprodukte und essen lieber kalorienarm.
Auch Lebensmittel haben in unsere Gesellschaft ein männliches oder weibliches Image.
Gemüse gilt als weiblich, energiereiches Fleisch als männlich.
Müsli wird von vielen noch als „lustfeindlich“ oder „öko“ angesehen. Allerdings ist es als Botschaft für Fitness wieder „salonfähig“ geworden.
Auch Zubereitungsmethoden mit extremer Hitzeeinwirkung wie braten, grillen gelten als „männlich“, während backen und dämpfen eher als „weiblich“ eingestuft wird.
Gilt weibliches Essverhalten eher als „leicht“, so trifft dies nicht für alle Frauen zu. Wer hart und körperlich arbeitet, hat evtl. andere Vorstellungen.
Dasselbe gilt in umgekehrter Weise für Männer in Führungspositionen.
Hier gilt: Schlankheit ist die Voraussetzung für Erfolg. Wer zu dick ist, kann sich selber nicht kontrollieren.
In diesen Fällen kommen dann doch wieder die Lebensmittel mit dem „weiblichen“ Image ins Spiel.
(Ernährungsumschau, 11, 2008)