New York City – Übergewicht kann die Bandscheiben offenbar bereits im Teenageralter beschädigen. In einer Studie, die auf der Jahrestagung der Radiological Society of North America in Chicago vorgestellt wurden, hatte jeder zweite Jugendliche, der über Rückenschmerzen klagte, einen Befund in der spinalen Kernspintomografie.
Bewegungsmangel und Fastfood haben zur Folge, dass immer häufiger bereits Jugendliche unter Rückenschmerzen klagen. Am Children's Hospital at Montefiore im New Yorker Stadtteil Bronx wurden in den letzten Jahren 189 Kinder zur Abklärung ihrer Lumbalgie zur Kernspintomografie geschickt.
In dieser Gruppe sind bereits jene nicht berücksichtigt, bei denen eine Skoliose, Tumoren oder Verletzungen als Erklärung für die Rückenschmerzen infrage kamen. Bei jedem zweiten der 12 bis 20-jährigen Youngster diagnostizierte der Radiologe Judah Burns eine Bandscheibenerkrankung, nicht selten sah er an mehreren Bandscheiben Veränderungen.
Ob sie im Einzelfall für die Rückenschmerzen verantwortlich sind, lässt sich nicht sicher belegen. Klar scheint jedoch, dass das Übergewicht ein entscheidender Risikofaktor ist. Denn von den Kindern, die über der 75. Perzentile ihres altersspezifischen BMIs lagen, hatten zwei Drittel einen Bandscheibenschaden, bei den schlankeren Kindern war es nur ein Drittel.
Die Studie lässt keine Aussage darüber zu, wie häufig Bandscheibenschäden bei Jugendlichen sind. Möglicherweise handelt es sich nur um eine sehr kleine Gruppe von selektierten Jugendlichen, deren Beschwerden so stark waren, dass sie Rat in einer Klinik suchten.
Angesichts der hohen Kosten für die Behandlung von Rückenschmerzen befürchtet Bruns aber, dass der US-Gesellschaft ein signifikantes Public Health-Problem bevorsteht
(Quelle: aerzteblatt.de)