Das Institut für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart konnte in einer fünfjährigen interdisziplinären Studie aufzeigen, dass Übergewicht und Adipositas bei Kindern maßgeblich durch das Auseinanderfallen sozialer und kultureller Strukturen begünstigt wird.
Die Studie konnte über fünfzig Einzelursachen für Übergewicht und Adipositas identifizieren. Drei Faktoren stellten aber insgesamt eine zentrale Rolle dar:
Verschärft wird die Situation nach Ansicht der Stuttgarter Forscher dadurch, das den Heranwachsenden durch ihr eigenes Elternhaus die Fähigkeit zu kompetenten Entscheidungen (Ernährung, Freizeitgestaltung, etc.) und wenn nötig selbstdiszipliniert zum Wohle ihrer Gesundheit umzusetzen nicht mehr gegeben wird, durch z.B. berufsbedingte Abwesenheit der Eltern.
Die Forscher fordern daher ein radikales Umdenken bei der Lösung dieses wachsenden Geselschaftsproblems. Denn allein das Auzwingen von Verhaltensänderungen führt bei Kindern und Heranwachsenden in diesem Falle keine Verbesserung. Es sind darüber hinaus zusätzliche Änderungen der Rahmenbedingen notwendig um der passive-konsumptiven Freizeitgestaltung entgegen zu wirken. Vorschläge sind die Schaffung von Wohnanlagen mit attraktiven Aktivitäten im Freien und/oder wohnortnahen Sport- und Spielstätten. Weiterhin sollte die Kennzeichnung von Nahrungsmitteln mit hohem Zucker- und Fettanteil deutlicher und verständlicher eingeführt werden.