Es gibt drei wesentliche Säulen bei der Adipositasbehandlung:

Grundsätzlich sollten primär die konservativen Möglichkeiten zur Gewichtsreduzierung eingesetzt werden. Grundlage eines jeden Gewichtsmanagements stellt ein Basisprogramm dar, das die Komponenten Ernährungsberatung / -therapie, Bewegungstherapie und Verhaltenstherapie umfasst.
In den meisten Fällen kann jedoch durch konservative Verfahren keine dauerhafte Gewichtsreduktion mehr erreicht werden. In diesen Fällen wird Patienten mit einem BMI zwischen 25 und 40 kg/m2 ein weiteres nicht-operatives Verfahren empfohlen: Der Magenballon.
Bei Patienten mit einem BMI > 40 kg/m2 ist eine dauerhafte Gewichtsreduktion ohne operativen Eingriff kaum mehr möglich. Liegt der BMI zwischen 40 und 55 kg/m2 empfiehlt sich eine Magenband-Implantation. Alternativ kommt eine Magenbypass-Operation in Frage.
Für Patienten mit einem BMI > 55 kg/m2 ist eine Schlauchmagen-(Sleeve-)Operation oder eine biliopankreatische Teilung vorteilhafter.
Bei den operativen Verfahren handelt es sich um permanente, also lebenslange Veränderungen des Magen-Darm-Traktes. Diese könne im Laufe des Lebens zu mehr oder minder schweren Mangelerscheinungen (Vitaminen und Spurenelementen) führen und bedürfen ggf. einer lebenslangen medikamentösen Substitution.
In medizinischen Studien konnte gezeigt werden, dass durch die Gewichtsreduktion die Gesamtmortalität (Sterblichkeitsrate) um mehr als 20% gesenkt wurde, vor allem durch die deutliche Verbesserung der assoziierten Folgeerkrankungen. Weiterhin konnte das diabetesassoziierte Mortalitätsrisiko um mehr als 30% und die adipositasassoziierte Karzinommortalität (Krebssterblichkeit) um mehr als 40% gesenkt werden.
Durch operative Verfahren konnte die Diabetesrate um bis zu 98,9% reduziert werden. Die anderen bekannten Folgeerkrankungen konnten verbessert werden oder heilten aus (Hyperlipidämie bei 70% besser, Hypertonus bei 78,5% besser und bei 61,7% sogar verschwunden).